Die Kontroverse über die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch Manager hat mich veranlasst, diesen Blog zu eröffnen. Ich möchte damit zeigen, dass Manager mehr sind als monetär gesteuerte Maximierer. Ich empfinde mich als Teil einer Gesellschaft, zu der ich meinen Beitrag leisten will. Ich handle aus Überzeugung. Meine Meinungen, Positionen, Empfindungen mögen mal mehr, mal weniger anschlussfähig sein. Sie mögen geprägt sein von meiner beruflichen Tätigkeit. Aber, sie stellen Überzeugungen dar, sie sind mein Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Es gibt Momente, in denen man glaubt, etwas sagen zu sollen, und sogar solche, wo man etwas sagen muss. Dann gibt es einfach auch Momente, die man so speziell oder auch nur kurios und amüsant findet, dass man sie gern teilen möchte. Dies will ich mit diesem Blog tun, natürlich aus meiner ganz eigenen Perspektive, die nicht immer die Ihre sein muss. Nehmen Sie es nicht persönlich, denn wie ein guter Freund am Ende seiner Meinungsäusserungen immer zu sagen pflegte: "after all, it's only my view"
Vielen Dank für Ihr Interesse!

Dienstag, 13. April 2010

Musiker und Manager - zwischen den Welten



Wir leben im Jahr 2010. Deutschland wird von einer Frau, einem Homosexuellen und einem Rollstuhlfahrer regiert. Man möchte meinen, dass wir in unserer Gesellschaft wirklich grosse Fortschritte in puncto Toleranz gemacht haben. Und dem ist in der Tat so. Auch wenn sich ausgerechnet die Medien schwer taten mit meinen parallelen Engagements als Musiker der Band MILK67 zum einen und Turnaround Manager zum anderen, so erhielt ich in den vergangenen zwei Monaten diesbezüglich so viele positive Feedbacks (und dies auch von Personen, bei denen ich dachte, dass Ihr hohes Mass an Konservativität es nicht erlauben würde, mein kombiniertes Schaffen als Restrukturierer und Künstler zu gutieren), dass ich schlichtweg überwältigt bin. Ja, wir sind heute eine deutlich andere Gesellschaft, als ich sie vor noch 30 Jahren als Kind erlebt habe. Was immer dazu geführt hat, dass es diesen positiven Wandel hin zu mehr Liberalität gegeben hat, es ist schön zu erfahren, dass man sich heute auch zwischen den Welten bewegen kann, ohne dadurch seine "street credibility" in einer von ihnen zu verlieren. Ich kann nur dazu ermutigen, es selbst zu versuchen. Das Leben wird facettenreicher, wenn man seine unterschiedlichen Neigungen und Talente sich entwickeln lässt. Und auf die Meinung derer, die das nicht akzeptieren können - sei es aus Überzeugung oder doch nur aus Neid -, kann man getrost verzichten. Sie stehen einer gesellschaftlichen Mehrheit gegenüber, die ein grosses Mass an Toleranz lebt. Und das ist grossartig!