Die Kontroverse über die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch Manager hat mich veranlasst, diesen Blog zu eröffnen. Ich möchte damit zeigen, dass Manager mehr sind als monetär gesteuerte Maximierer. Ich empfinde mich als Teil einer Gesellschaft, zu der ich meinen Beitrag leisten will. Ich handle aus Überzeugung. Meine Meinungen, Positionen, Empfindungen mögen mal mehr, mal weniger anschlussfähig sein. Sie mögen geprägt sein von meiner beruflichen Tätigkeit. Aber, sie stellen Überzeugungen dar, sie sind mein Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Es gibt Momente, in denen man glaubt, etwas sagen zu sollen, und sogar solche, wo man etwas sagen muss. Dann gibt es einfach auch Momente, die man so speziell oder auch nur kurios und amüsant findet, dass man sie gern teilen möchte. Dies will ich mit diesem Blog tun, natürlich aus meiner ganz eigenen Perspektive, die nicht immer die Ihre sein muss. Nehmen Sie es nicht persönlich, denn wie ein guter Freund am Ende seiner Meinungsäusserungen immer zu sagen pflegte: "after all, it's only my view"
Vielen Dank für Ihr Interesse!

Sonntag, 20. Juni 2010

Ist die UBS zu gross?

Diese Frage wird derzeit intensiv diskutiert. Die Protagonisten in der Auseinandersetzung, Philipp Hildebrand, Präsident der Nationalbank, und Oswald Grübel, CEO der UBS, argumentieren leidenschaftlich, warum nun die UBS (oder auch andere, ähnlich dimensionierte und positionierte Banken) zu gross oder eben nicht ist. Was für eine merkwürdige Fragestellung für den grünen Tisch. Warum lässt man den Markt nicht sprechen? Es bedürfte der Einführung einer Spielregel, die ich in einem vorherigen Beitrag schon einmal vorschlug: Wenn die Führung einer Bank zwingend zumindest einige persönlich haftende Gesellschafter kennen würde, so wie dies bei der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), einer etwas in Vergessenheit geratenen Unternehmensform, der Fall ist, sollte sich diese Frage von selbst beantworten. Ist eine Gruppe von Personen bereit, das unternehmerische Risiko, das eine UBS darstellt, persönlich zu tragen? Vielleicht würden wir andere Risiko-Portionierungen bei den Banken sehen, wenn das eigene Vermögen auf dem Spiel steht. Die vielen Privatbankiers in der Schweiz, die zumeist persönlich haften, kennen diese Fragestellung genau. Vielleicht können wir von ihnen lernen. Und statt per Dekret ein Unternehmen zu zerschlagen, würde man den Markt sprechen und sich dynamisch anpassen lassen.